Zorgboerderij 'de Haam', Veulen
Zorgboerderij Moai Seldsum, Oenkerk
Stichting 't Heuveleind, Zeeland
Wijnen perkplanten/zorgtuinderij, Someren
Boerderijproject de Klompenhoeve, Egmond a/d Hoef
Zorgboerderij 'Passiflorahoeve', Harskamp

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Grüne Pflege

Artikel NRZ (18. August 2004)

Bauernhöfe/ In den Niederlanden bieten Landwirte betreutes Arbeiten an. Eine Erfolgsgeschichte in Sachen Integration.
Der Bauernhof von Ton und Germa Dings entspricht auf den ersten Blick einem üblichen Gemischtbetrieb. Rund 40 Milchkühe, Jungvieh, 20 Mutterkühe und 60 Schafe zählt der Asselterhof in der Provinz Limburg nahe Roermond.
Daneben tummeln sich auf dem 34 Hektar großen Pachtbetrieb Hühner, Kaninchen, Katzen, Pferde und ein Hund. Seit sieben Jahren kombiniert Familie Dings die Landwirtschaft mit einem neuen Betriebszweig. Auf ihrem Hof organisieren sie Tagesbetreuung für geistig Behinderte.
An einigen Wochentagen kommen jeweils sechs Behinderte auf den Hof, wo sie nach inhren Fähigkeiten mitarbeiten und begleitet werden. 'Auf die Behinderten wirkt sich die Mitarbeit auf dem Bauernhof oder der Umgang mit Pferden günstig aus', sagt Germa Dings, die gelernte Pflegekracht ist. Sie würden selbstständiger.

Engagement und Begleitung

Das Alter der 'Hilfsbauern', wie sie die Behinderten umschreibt, liegt zwischen 18 und 58 Jahren. Eine ältere Frau kommt schon seit sieben Jahren auf den Asselterhof. Dass der neue Betriebszweig viel Engagement, sozialpädagogische Begleitung, Kontakte zu Betreuungsorganisationen und Verwaltungen erfordert, verhehlt Germa Dings nicht. Dennoch fällt ihre Bilanz positiv aus. Die Entscheidung für 'grüne Pflege' sei ein Volltreffer gewesen.
 
Der Asselterhof ist keineswegs ein Einzelfall. Rund 430 Bauernhöfe in den Niederlanden haben sich darauf verlegt, Behinderte, Drogenabhängige, Problemjugendliche, Demenzkranke, Häftlinge und Langzeitarbeitslose befristet aufzufangen und an den Arbeiten zu beteiligen. Und der grüne Pflegesektor boomt, wie die Zahlen des Stützpunktes Landbouw & Zorg (Landwirtschaft und Pflege) belegen.

Vor sechs Jahren waren es gerade 75 Landwirte, die neben Ackerbau und Viehzucht auch Tagespflege anboten.
Die Zahl der Landwirte, die einen Einstieg in die grüne Pflege erwägen, wird wohl weiter steigen. Etwa 120 Betriebe hätten Interesse bekundet, bei weiteren 28 gibt es schon konkrete Planungen, berichtet Lisan Beijer von der Koordinierungsstelle.
Nach deren übersicht sind mehr als die Hälfte der 'Pflege Bauernhöfe' selbstständige Betriebe, die entweder mit Betreuungsinrichtungen zusammenarbeiten oder individuelle Verträge für die Betreuung abgeschlossen haben.

Dem steht ein Betrag von 40 Euro pro Tag und betreuter Person gegenüber. Dies sei eine Richtgröße, die je nach Schwere der Behinderung und Intensität der Behandlung variiere, sagt Beijer.
Dass die Pflege-Bauernhöfe erfolgreich funktionieren, führt sie auf zwei Faktoren zurück. Viele Landwirte suchten Möglichkeiten, ihr agrarisches Standbein um andere Angebote zu ergänzen. Parallel gebe es im Pflegebereich den Trend, sich stärker an den Bedürfnissen der Klienten zu orientieren und mehr gesellschaftliche Integration anzustreben.
Beides ergänze sich gut. 'De Menschen blühen auf dem Bauernhof auf', sagt Beijer.
 
Neben den Niederlanden hat auch der Agrarsektor im benachbarten Landesteil Flandern das neue Feld entdeckt. Dort bestehen mittlerweile 100 Land- und Gartenbaubetriebe, die mit Pflegeeinrichtungen zusammenarbeiten.
Weitere 50 Agrarbetriebe wollen sich ebenfalls auf Angebote zur Tagespflege und Betreuung spezialisieren.
In Deutschland ist die Mitarbeit von Behinderten und anderen Pflegebedürftigen in der Landwirtschaft zumeist auf Betrieben anzutreffen, die biologisch-dynamisch produzieren. Häufig sind die mit den Behinderteneinrichtungen assoziiert.
 
Landbouw & Zorg: Tel. 0031/342-450364, im Internet: www.landbouwzorg.nl oder www.zorgboeren.nl
Asselterhof: Tel. 0031/475-501339